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HabibiJagen Heute Klippschliefer

Habibi bedeutet im Arabischen Liebling bzw. Freund.

Der neuzugeteilte weiße Mitarbeiter, ein Oberösterreicher, der als Stellvertreter des erkrankten Dispatchmanagers jetzt zur Crew gehörte, stellte sich mit Habibi vor.
Ich fand das anmaßend, zumal sein Äußeres eher einem von Interpol gesuchten Deserteur der Legion Etranchere entsprach und von vornherein ja gar nicht feststand, ob dieses Individuum als Freund meinen Vorstellungen entsprach und überdies es mir, als dem Älteren, zustand, ihn zu duzen oder nicht.
Habibi war eine Zeit lang Testfahrer in Saudi-Arabien gewesen und nun war er in Nigeria - Westafrika gelandet.
Habibi war der Prototyp des Urmenschen. Zottig, unrasiert und grobschlächtig, jedoch reinlich, andererseits auch wieder sensibel, zuvorkommend und hilfsbereit, kindlich noch, aber von roher Gewalt.
Nach einigem Zögern hatte ich nachgegeben und Habibi als Habibi akzeptiert, da er ja mit meinem Departement sowieso zusammenarbeiten musste.
“Mi gfreut’s, dass du mi magst”, gröhlte er und versetzte mir mit seiner Pranke einen Hieb auf die Schulter, sodass ich mir vorstellen konnte, wie es sein musste, halbseitig gelähmt zu sein.

Habibi, dem Motorsport restlos verfallen, legte im weitläufigen Werksgelände seine Wege mit einem Moped zurück. Dass das Moped kein gewöhnliches Moped war, war klar, da Habibi niemals ein gewöhn-
liches Moped benützt hätte. Der Motor war getuned, der Auspuff zum Megawattverstärker umfunktioniert, die Kotflügel zwecks Gewichtsreduktion demontiert, so reiste Habibi als Helldriver durch die Gegend. Geländefahrten, inklusive Sprün-ge, waren in der Freizeit seine Lieblingsbeschäftigungen.

“Du Chef, he Habibi, Oida, i red mit dir, her amoi zua”, schrie er von hinten. Man merkte seine Aufregung, weil er Mühe hatte, während er sprach, sich eine Zigarette anzuzünden.
“Auf de großen Fösen da draußen, hearst, do gibt’s a Menge große Rotzn. Oida, geh sei lieb und schieaß ma a paar Rotzn für mein ‘Steward, des scharze Hungerkind’. Waßt, der ist recht brav, aber i glaub, der kriagt net gnua zan Essen.”
Habibis soziale Ader verlangte Respekt und Anerkennung.
“Magst nachn Essen mitfahren? Außi, waßt eh.” Habibi krachte mit seinem Feuerstuhl daher.
“Hast die Bixn? Geh huck di in Sattl, aber halt di an, i steh in de Pedal, des geht schon.”
Vollgas, das Hinterrad drehte im Sand am Stand durch, und in eine Staubwolke gehüllt rasten wir hinaus in den Busch.
”Da vorn san die Fösn, wir bleim jetzt da stehn und du pirscht di an und schieaßt ma de Rotzn.”
Es wäre unkollegial gewesen, Habibis altruistische Bitte abzulehnen.

(...)

Die gesamte humorvolle Jagdgeschichte finden Sie im Printmagazin JAGEN HEUTE Nr. 4 Winter 2016 - mit einem Klick auf den Button Probeheft können Sie diese Ausgabe anfordern.

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