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Zurück aus Namibia – schallgedämpft

Schalldämpfer sind bei uns in Österreich verboten, Kategorie A. Wissen wir. Auch der Besitz des Dämpfers allein ist verboten und eine Straftat, natürlich auch die Montage auf einer Schusswaffe, das macht die Waffe – wäre sie auch legal - zu einem verbotenen Gegenstand.

Die Bestimmungen sind streng und eindeutig und das Verbot von Schalldämpfern gab es schon vor dem Waffengesetz 1996. Der Gesetzgeber meinte schon immer, man könne durch dieses Verbot die Wilderei wirksam bekämpfen und auch Verbrechen verhindern, die durch "leise" Schusswaffen erleichtert würden.

Wer sich aber mit Schalldämpfern auskennt, weiß, dass beides nicht recht stimmen kann. Wilderer verwenden kaum Schalldämpfer, es kracht ja trotzdem und wenn der Gesetzgeber glaubt, ein solcher Dämpfer würde so wirken, wie man es im Kino sehen kann, ist ahnungslos. Aus einer 9 mm Para akustisch eine Luftpistole zu machen, die nur mehr ein fast lautloses "Plopp" erzeugt, das gelingt nur dem dort werkenden Tonmeister, der das selber auch noch nie wirklich gehört hat.

Daher wirkt das Gesetz so, wie viele ähnliche Verbote des Waffengesetzes - wenig bis nichts. Aber die Politiker und die Medien sind immer zufrieden, wenn etwas verboten ist.

Schon bisher aber konnte man mit guten Gründen (meist medizinischer Natur, also Hörschäden) Ausnahmen bekommen, war aber doch mühsam und daher recht selten. Neuerdings hat man, einer EU-Verordnung folgend, die sich mit dem Arbeitnehmerschutz beschäftigt, im § 17 Absatz 3 des Waffengesetzes einen 3a eingefügt, wonach über einen Antrag des Arbeitgebers Schalldämpfer bewilligt werden können. Eine recht hatscherte Regelung, weil sie sich nicht auf den Waffenbesitzer selbst sondern nur auf den Arbeitgeber bezieht. Aber immerhin - ein Anfang ist gemacht.

In dem von mir verfassten Waffengesetzentwurf, der immer noch im Bundesministerium für Inneres schlummert, wäre eine diesbezügliche Regelung zugunsten der Jäger und Sportschützen vorgesehen, aber wie es aussieht, wollen die Jägerfunktionäre das doch nicht so recht.

Erfahrungen mit Schalldämpfern

Wo es aber Schalldämpfer für die Jäger gibt sind die Erfahrungen damit recht erfreulich. Im Titel habe ich ja Namibia angesprochen. Dort ist der Schalldämpfer durchgehend erlaubt und praktisch alle Berufsjäger verwenden ihn. Auch die Leihwaffen sind oft damit ausgestattet.

Die Vorteile sind überzeugend. Der Schussknall ist stark verringert und nicht mehr gehörschädigend, hörbar natürlich nach wie vor. Der Geschossknall bleibt natürlich, der ist nicht dämpfbar, außer das Geschoss wäre im Unterschallbereich, was aber bei jagdlichen Kalibern nicht sinnvoll wäre. Noch dazu ist der Rückstoß verringert, etwa wie bei einer guten Mündungsbremse: eine .300 WinMag kommt wie eine .223 daher. Auch das Wild wird deutlich weniger beunruhigt.

Vorteile - kaum Nachteile

Alles also Vorteile. Besonders dankbar sind die Jagdführer, denen das Gewehr des Jagdgastes nicht auf die Ohren schlägt. Vor allem dann, wenn dieser eine Mündungsbremse verwendet, was immer moderner wird.

Und noch ein Effekt: Die Leute schießen besser. Das "Mucken", eine Krankheit vieler unserer Jäger, verschwindet nach und nach, die Scheu vor dem Schuss natürlich auch. Eines darf man auch nicht vergessen: Auch die Ohren der Hunde werden geschont, etwas, an das unsere Jäger leider zu wenig denken.

Nachteile gibt es auch: Die Waffen werden klarerweise länger, beim Pirschen und am Hochstand sollte man wissen, wo das Gewehr aufhört, sonst stößt man an und macht Lärm. Und die Gewichtsverteilung, die Balance ist auch zu beachten, obwohl die modernen Schalldämpfer inzwischen recht leicht geworden sind. Die Schussleistung der Waffe selbst wird durch einen Schalldämpfer nicht beeinträchtigt, manchmal sogar verbessert.

Und wie geht es weiter?

Ein Anfang ist gemacht. Das absolute Schalldämpferverbot ist durchbrochen, eben durch die oben erwähnte Regelung des Absatzes 3a. Ideal wäre, wenn der Jäger automatisch eine Ausnahmegenehmigung erhalten würde. Da müssten aber noch viele Leute über ihren eigenen Schatten springen und das ist nicht immer leicht und manchmal auch eine Frage des Körpergewichts.

Dr. Georg Zakrajsek

www.querschuesse.at

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