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Weidmänner als zahlende Schädlingsbekämpfer – das ist schlimmste Aasjägerei. Und ich mag keine Mitbewerber...

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Ungelegte Eier für die Jäger

Über ungelegte Eier sollte man kein Gegacker anstellen. Ein altes Sprichwort. Aber für uns Jäger liegen einige Eier im neuen Waffengesetz herum, die noch nicht ausgebrütet sind. Sie kommen von der EU und wie wir wissen, ist für uns Jäger von der EU noch nie was Gutes gekommen.

Es beginnt mit 1996, da mußten wir Jäger unsere Jagdwaffen melden. Dann kam 2012 und damit die Registrierung. Beides hat uns Jägern Kosten verursacht, wir haben den Händlern oder den Büchsenmachern brav unseren Obolus entrichtet. Die Sicherheit unseres Landes hat sich damit natürlich nicht verbessert. Denn wie wir alle wissen, pflegen nämlich weder Verbrecher noch Wilderer ihre Waffen registrieren zu lassen.

Und jetzt kommt die EU-Waffenrichtlinie 2019 auf uns zu und muß in das österreichische Waffengesetz eingebaut werden. Nicht alle EU-Länder werden das machen, die Tschechen zum Beispiel nicht. Die Österreicher schon.

Warum der EU das eingefallen ist: Man will den Terrorismus bekämpfen und daher wird viel verboten, lange Magazine zum Beispiel. Wird die Jäger nicht stören, kaum einer hat so ein Magazin mit mehr als 10 Schuß an seiner Büchse.

Wieso die EU aber meint, daß sich Terroristen an das Waffengesetz halten und die dort verfügten Verbote beachten werden, das erschließt sich mir nicht. Soviel ich weiß - und jeder andere weiß das auch - werden Terrorattentate immer mit illegalen, unregistrierten Waffen begangen. Aber Hauptsache: die Jagdwaffen sind alle registriert.

Was uns die EU beschert

In dem Paket ist außerdem drinnen: die Kategorie D wird einfach abgeschafft. Kategorie D ist in Zukunft Kategorie C. Recht unangenehm. Denn Schrotflinten sind in Hinkunft so zu behandeln als wären sie Kugelgewehre. Also alles registrieren, auch das was man bisher als Altbestand nicht registrieren mußte.

Kostet wieder und man muß wieder zum Händler oder zum Büchsenmacher und was zahlen. Wer das übersieht, hat eine illegale Waffe und das wäre gar nicht gut. Bedeutet: Verläßlichkeit weg, WBK weg, Waffenpaß weg und Jagdkarte auch weg.

Es gibt aber auch etwas Erfreuliches für uns Jäger:

Gewehrscheinwerfer sind nicht mehr verboten. Immerhin. Und noch wichtiger: Man kann jetzt als Jäger auch einen Schalldämpfer erwerben und ihn verwenden. Wird viele freuen und solche Geräte sind sinnvoll und nützlich und die Ausrede, daß man nicht verstanden hätte, was die Frau angeschafft hat, gilt nicht mehr, außer man ist bereits terrisch.

Dabei gibt es aber einen juristischen Pferdefuß. Im Gesetz wird nämlich folgendes stehen:

WaffG § 17 (3a) Inhaber einer gültigen Jagdkarte sind vom Verbot des Erwerbs, der Einfuhr, des Besitzes, des Überlassens und des Führens von Vorrichtungen zur Dämpfung des Schussknalles ausgenommen, wenn sie die Jagd regelmäßig ausüben.

Schön. Aber für mich bleibt die Frage, was "regelmäßig" ist und wer das definiert. Ist regelmäßig täglich, wöchentlich oder monatlich, außerhalb der Schonzeit oder schon dann, wenn man zur Jagd eingeladen ist?

Was weise ich der Behörde nach und wie mache ich das?

Oder muß ich schon dem Büchsenmacher das nachweisen, bevor er mir den Schalldämpfer verkaufen darf?

Das Gesetz ist hier einfach schlecht gemacht. Eine solche Vorschrift wie "regelmäßig" darf in einem vernünftigen Gesetz nicht stehen, denn diese Auslegung steht rein im Ermessen des Beamten und der Dumme ist dann der Jäger. Müßte noch verbessert werden. Dringend.

Waffenpässe für Jäger – neu

Gibt es wieder. Das heißt, sie hat es ja immer schon gegeben. Stand im Waffengesetz § 21. Leider haben die Waffenbehörden tatsächlich keine Waffenpässe mehr an Jäger ausgestellt. Mit Duldung (oder auf Weisung) des Innenministeriums, wobei die Verwaltungsgerichte das immer bestätigt haben.

Jetzt steht das ausdrücklich im Gesetz das kommen soll:

Nämlich im § 20 (1a)

Eine dem Inhaber einer gültigen Jagdkarte ausgestellte Waffenbesitzkarte berechtigt während der rechtmäßigen, nach den landesrechtlichen Vorschriften zulässigen und tatsächlichen Ausübung der Jagd auch zum Führen von Schusswaffen der Kategorie B.

War höchste Zeit, ist aber auch wieder mit einem juristischen Pferdefuß ausgestattet.

Denn was ist "tatsächliche Ausübung der Jagd"?

Wann beginnt das?

Schon zu Hause oder erst an der Reviergrenze?

Was ist beim Schüsseltrieb? Beim Hochstandbau?

Beim Füttern?

Da gibt es noch viele offene Fragen.

Wieder so eine schwammige Bestimmung, die der Behördenwillkür Tür und Tor öffnet und ich glaube, daß die Freude der Jäger über diesen de-facto-Waffenpaß einen Dämpfer bekommen wird, wenn die Waffenbehörde "unbefugtes Führen" feststellt, weil der betroffene Jäger seine Waffe der Kat. B zu früh geladen hat.

Freut Euch also nicht zu früh aber ärgert Euch noch nicht

Denn: Das Gesetz gilt ja noch nicht. Wahrscheinlich erst ab 1. Jänner 2019. Die Begutachtungsfrist ist gerade erst zu Ende gegangen und bis zur Beschlußfassung im Nationalrat kann vielleicht noch einiges geändert - verbessert - werden. Bis jetzt sind das ungelegte Eier. Manche stinken, einige sind in Ordnung.

Es gibt viele berücksichtigenswerte Stellungnahmen zum Gesetz - vor allem von den Schützenvereinen. Die von den Jägern habe ich bedauernswerterweise vermißt. Aber denen scheint ja immer alles recht zu sein.

Dr. Georg Zakrajsek

www.querschuesse.at

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